Museumsverband Schleswig-Holstein und Hamburg e. V.

Museen in Zeiten von Corona: Die Museen sind keine Freizeiteinrichtungen. Sie zählen als kulturelle Begegnungsstätten zu den Bildungseinrichtungen und sind somit systemrelevant, gleichwohl müssen sie aufgrund der Entscheidung des Bundes und der Länder zur Eindämmung der Corona-Pandemie vom 2. bis 30. November 2020 erneut schließen. Die Lage ist so ernst zu nehmen, daß auch Museen ihren Betrag leisten müssen. Nach ihrer Wiederöffnung ab Dezember, so die Hoffnung, greifen die bewährten Hygienekonzepte und Abstandsregeln.

Der Museumsverband Schleswig-Holstein und Hamburg e. V. hat sich auf der Grundlage seiner Satzung die Förderung der Museen, der Kulturpflege und der kulturellen Bildung zur Aufgabe gesetzt. Er dient ferner der Fortbildung und dem Erfahrungsaustausch seiner Mitglieder in museumstechnischer und wissenschaftlicher Hinsicht sowie der sachgerechten Nutzung der Museumssammlungen für wissenschaftliche Forschung. Der Verein vertritt die gemeinsamen Interessen der Museen und museumsähnlichen Einrichtungen in Schleswig-Holstein und Hamburg. Er hat seine Geschäftsstelle im Nordkolleg in Rendsburg.

Dem Museumsverband in seiner heutigen Struktur ging die seit den 1970er Jahren aktive Arbeitsgemeinschaft schleswig-holsteinischer Museen voraus, der 1995 die Gründung des Museumsverbandes Schleswig-Holstein als eingetragener Verein folgte. (2020 besteht der Museumsverband 25 Jahre!). Im Frühjahr 2012 erfolgte die Fusion mit dem Museumsverband Hamburg e. V. zum gemeinsamen Museumsverband Schleswig-Holstein und Hamburg e. V. Aus einem Projekt des Museumsverbands hervorgegangen ist die digiCULT-Verbund eG mit Sitz in Kiel. Der Museumsverband ist zudem Träger des Museumsportals http://www.museen-nord.de.

Zur Sicherung von Qualitätsstandards an Museen (Sammeln, Bewahren, Dokumentieren, Forschen, Ausstellen, Vermitteln) und wegen des Desiderats einer Museumsberatungsstelle in Schleswig-Holstein seit der Auflösung des Museumsamtes im Jahr 2002 hat der Museumsverband in Kooperation mit dem Land Schleswig-Holstein und der Sparkassenstiftung Schleswig-Holstein das Projekt "Museumsberatung und Museumszertifizierung in Schleswig-Holstein" initiiert, das erstmals Thema der Frühjahrstagung 2008 war. Gestartet ist das Pilotprojekt im Frühsommer 2013. Das Folgeprojekt lief von 2015 bis 2018. Die "Museumsberatung und -zertifizierung in Schleswig-Holstein" wird ab 2019 für weitere fünf Jahre fortgeführt.

Die Corona-Pandemie stellt uns 2020 vor bisher nie dagewesene Herausforderungen, und sie stellt den Museumsalltag auf den Kopf: Anstatt die Museumstüren weit zu öffnen, mussten sie über viele Wochen geschlossen bleiben. In Schleswig-Holstein durften die Museen ab 4. Mai, in Hamburg ab 5. Mai wieder öffnen - unter Einhaltung strenger Hygienevorschriften und Beachtung von Abstandsregeln. Finanzielle Hilfen und Lockerungen der strengen Auflagen sollen die Arbeit unter erschwerten Bedingungen für Museen und Sammlungen sowie Kulturschaffende mildern. Überblicke über Corona-Hilfsangebote unter http://www.schleswig-holstein.de und https://www.hamburg.de/bkm/13729684/hilfsmassnahmen-fuer-kultur-und-kreativwirtschaft/.

Der Museumsverband wird 2020 vom Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur des Landes Schleswig-Holstein mit 17.000 Euro und von der Freien und Hansestadt Hamburg mit 3.000 Euro gefördert. Die Mitgliedsbeiträge (hauptamtliche Museen: 80 Euro/Jahr, ehrenamtlich geführte Museen: 60 Euro/Jahr, persönliche Mitgieder: 30 Euro/Jahr) tragen zur Finanzierung bei. Vorstand und Beirat arbeiten ehrenamtlich.